Arbeitgeber-Attraktivität im Mittelstand
25. September 2013


Als Rückgrat der Wirtschaft und Innovationsmotor wurde der Mittelstand schon oft und zu Recht bezeichnet. In jüngster Zeit findet er nun zunehmend Erwähnung im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel.

Dabei erweist sich die Lage des Mittelstands als paradox, weil er einerseits als „Stabilitätsanker der Beschäftigung“ gilt und sogar in Krisenzeiten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt hat, auf der anderen Seite aber besonders vom Fachkräftemangel betroffen ist.

So kommt etwa eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu dem Ergebnis, dass es in kleinen und mittleren Betrieben nicht nur eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an offenen Stellen gibt, sondern dass diese auch schwerer und seltener besetzt werden können als in Großunternehmen. Hierfür macht das IAB vor allem die zurückhaltende Personalsuche mittelständischer Betriebe verantwortlich, die vergleichsweise wenige Kanäle und Instrumente nutzt. Hinzu kommt, dass der Mittelstand im Lohnwettbewerb oft das Nachsehen hat und darauf angewiesen ist, mit nicht-monetären Vorteilen wie den guten Arbeitsbedingungen oder Handlungsspielräumen zu glänzen. Die häufigsten Maßnahmen hat das IW Köln in einem Arbeitnehmervotum zusammengetragen.

Obwohl einige gut aufgestellte KMUs deutliche Vorzüge zu bieten haben, verlieren sie dennoch Personal an aggressiv werbende und besser zahlende Großunternehmen. KMUs können sich hier nur behaupten, wenn sie Ihre Stärken mit gleicher Konsequenz und Ideenreichtum auf Arbeitsmarkt ausspielen wie sie es auch auf dem Markt für ihre Produkte und Dienstleistungen tun. Hier wie dort können sie mit Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit punkten. Hier wie dort haben sie allerdings auch deutliche Defizite, die u.a. darauf zurückgehen, dass Zeit und Ressourcen stark durch das Tagesgeschäft gebunden werden. Der Kundenauftrag ist natürlich wichtiger als das Recruiting-Video. Dennoch muss sich der Mittelstand hier eine Strategie überlegen. Ohne qualifizierten Nachwuchs wartet irgendwann der Kundenauftrag auf seine Bearbeiter.

Das IBO-Institut für Industrieinformatik und Betriebsorganisation hat sich zusammen mit der ZPT Saar dem Thema angenommen und ein Analyse-Tool auf Basis des 360° Monitorings für nachhaltigen Unternehmenserfolg entwickelt, das sich tiefer mit der Frage der Arbeitgeberattraktivität beschäftigt und dem saarländischen Mittelstand als kostenloses Instrument zur Verfügung stehen soll. Dabei wird die gleiche bewährte Vorgehensweise genutzt wie in dem vom IBO Institut durchgeführten Forschungsprojekt zur Erfolgs- und Zukunftsfähigkeit im Mittelstand.

Gegenstand der Kurzanalyse sind neben Personalmarketing/-entwicklung, Mitarbeiterorientierung und Betriebsklima auch Unternehmensstrategie und Leistungsfähigkeit. Die Wirkung jedes zusätzlich umgesetzten Euros ist im Mittelstand doppelt so hoch wie bei Großbetrieben. Leistungsfähige KMUs stellen im Verhältnis mehr Personal ein als die kapitalintensive Großproduktion. Dementsprechend ist der Unternehmenserfolg von KMUs der effektivste Jobmotor und aus diesem Grund ein besonderes Anliegen von IBO Institut und ZPT Saar.

Weitere Informationen zu diesem Thema und dem Analysetool zur Arbeitgeberattraktivität erhalten Sie in der aktuellen Ausgabe der ZPT Technologie Informationen, bei der ZPT Saar und bei uns.